Interessenskonflikt des FIOM-ISS bei Herkunftssuchen für Adoptierte

Letztes Jahr schrieb ACT dem niederländischen Justizminister um ihn über den gravierenden Interessenskonflikt, den FIOM-ISS im Zusammenhang mit Herkunftssuchen für Adoptierte hat, zu informieren.

Anmerkung zu FIOM/ISS
15 November 2019

Das Justizministerium erwägt, den FIOM bei geplanten Subventionen für Organisationen, die Herkunftssuchen für Adoptierte in den Herkunftsländern durchführen, zu beteiligen.

Die – nicht erschöpfende – Anmerkung weist auf etliche Interessenskonflikte und andere Bedenken hin.

Dem Ministerium zufolge sollen FIOM und ISS nicht als Einheit betrachtet werden, aber:

Der FIOM und ISS schlossen sich 1999 zusammen.[1] Sie können also nicht ganz unabhängig voneinander betrachtet werden.

Der ISS hat eine lange Geschichte und ist tief verwurzelt mit internationalen Adoptionen.

In Indien beispielsweise wurden indische Gerichte seit 1972 bei jeder einzelnen Adoption vom indischen Äquivalent des ISS, dem ICSW, beraten.[2] Das heißt, der ISS war an vielen der unrechtmäßigen Adoptionen als „Clearingstelle“ beteiligt.

In Kolumbien, heißt das ISS-Äquivalent ICBF, an dem jede Adoption vorbei musste und seit dem Haager Adoptionsübereinkommen ist der ICBF auch die zentrale Adoptionsstelle dort. ICBF/ISS waren also in jede unrechtmäßige Adoption in Kolumbien verwickelt.

In Bangladesch war der ISS am Aufbau des Adoptionssystems beteiligt. 1972  beriet er den Präsidenten von Bangladesch im Adoptionsrecht und vermittelte auch selbst Adoptionen aus Bangladesch.[3]

Darüber hinaus war der ISS Niederlande im Vorstand des staatlich subventionierten BIA vertreten, zusammen mit Vertretern des Justizministeriums.[4]

Herr Ruud Deibel war sowohl Leiter des FIOM, als auch im Vorstand von SIA, später arbeitete er für das CRM-Ministerium  und als das BIA gegründet wurde, war er auch dort Mitglied des Vorstands.[5]

Der untenstehende Artikel bestätigt dies

Quelle: Leidsch Dagblad | 1973 | 25 april 1973 | pagina 7

Zusammengefasst zeigen diese Beispiele einen deutlichen Interessenskonflikt, wenn FIOM/ISS in irgendeiner Weise in Herkunftssuchen miteinbezogen wird.

Jegliche Form der Einbindung des FIOM-ISS bei der Nachbetreuung internationaler Adoptionen oder bei Herkunftssuchen wäre unangemessen.

[1]     siehe: http://issnetherlands.nl/over/achtergrond-iss/ Zugriff am 15.11.2019

[2]     Rule 316-B: “ when a foreigner makes an application for being appointed as the guardian of the person of property of a minor, the Prothonotary and Senior Master shall address a letter to the Secretary of the Indian Council of Social Welfare, informing him of the presentation of the application and the date fixed for the hearing thereof. He shall also inform him that any representation which the Indian Council of Social Welfare may make in the matter would be considered by the Court before passing the order on the application”

[3]     Book: „ Picking up the pieces“ Mustafa Chowdhury, 2015

[4]     Justitiele Verkenning; nummer 4/1979; Adoptie van buitenlandse kinderen page 12 „.. Om deze reden wordt in mei 1975 een centraal bureau opgericht, het Bureau Interlandelijke Adoptie, afgekort `BIA’, die de bemiddelingsactiviteiten van de op dat moment bestaande verenigingen overnam. In het bestuur van het BIA zijn de verschillende ouderverenigingen vertegenwoordigd, evenals het Ministerie van Justitie, de Raden voor de Kinderbescherming, en de Stichting International Social Service, afdeling Nederland. Het BIA wordt door het Ministerie van Justitie gesubsidieerd.

[5]     Seite 74, footnote, Kinderen die niet konden bliven, Rene Hoksbergen, reads as follows:“…Zie Verslag 1971 en Deibel, 1991. Ruud Deibel was aanvankeliijk directeur van de FIOM en lid van het bestuur van de SIA, later werkzaam bij het ministerie van CRM en vanaf de oprichting van het BIA tot an zijn overlijden op 12 februari 1997, lid van het BIA bestuur….“